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OLG München, 10.11.2010 - 7 U 3385/10 - (Urteil)

ECLI
ECLI:DE:OLGMUEN:2010:1110.7U3385.10.0A
Fundstellen
Gesetz
§ 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB
Stichworte
AA des VV; Anrechenbarkeit der Altersversorgung auf den AA; funktionelle Verwandtschaft; Fälligkeitsdifferenz 9 Jahre und 16 Tage; Verfügungsbeschränkungen
Anmerkung


Vorinstanz LG München I, 01.06.2010 - 13 HKO 23641/07 -; der Senat hat die Revision nicht zugelassen, weil keine Zulassungsgründe i.S. der § 543 Abs. 2 ZPO, § 563 ZPO vorliegen, die Rechtssache habe weder grundsätzliche Bedeutung noch erfordere die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts. Es handele sich um eine Einzelfallentscheidung zur Höhe eines AA nach § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB 1989, soweit dieser unter Berücksichtigung aller Umstände der Billigkeit entspricht. Der Senat habe hierbei alle Einzelumstände aus dem konkreten Verhältnis zwischen den Parteien herangezogen. Er habe bei seiner Entscheidung die hierzu ergangene obergerichtliche Rechtsprechung angewendet und sei nicht von einer Entscheidung des BGH oder eines anderen Oberlandesgerichts abgewichen.

zu LS 4 vgl. Staub/Emde, HGB, 5.A., § 89 b Rz. 166; Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 89 b Rz. 39; MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 b Rz. 108; a.A. LG Saarbrücken, 13.09.2000 LS 3 m.w.N.; Evers/Kiene, ZfV 01, 585, 587 = Sonderdruck, S. 4; vgl. dazu aber die Anm. 9.1 zu LG München I - Allianz 14 -;

zu LS 6 - nicht zu rechtfertigende Doppelbelastung des U durch Finanzierung der Altersversorgung und Gewährung des AA - vgl. OLG Köln, 20.10.2014 LS 5 m.w.N.;

zu LS 9 vgl. OLG Köln, 20.10.2014 LS 7, 17;

zu LS 11 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 89 b Rz. 39;

zu LS 14 vgl. Löwe/Schneider, ZIP 03, 1129, 1135;

zu LS 15 vgl. OLG Köln, 30.01.2009 LS 28; a.A. Evers/Kiene, ZfV 01, 618, 628 f. = Sonderdruck, S. 19 f.; Küstner/Thume, HdB-ADR, Bd. II, 8.A., Kap. X Rz. 127; ebenso Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. X Rz. 100; Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 168; Löwe/Schneider, ZIP 03, 1129, 1138; kritisch auch Anm. 41.1 zu LG Hannover, 28.05.2001 - BHW 3 -; vgl. aber auch auf den Rückkaufswert der LV einschließlich Zinsen ohne weiteres abstellend OLG Hamm, 21.07.2004 LS 61 - Westfälische Provinzial 5 -; OLG Düsseldorf, 22.12.1995 LS 7; 24.02.1995 LS 7; OLG Nürnberg, 10.09.2003 LS 12 - DEVK 5 -; LG Regensburg, 28.02.2003 LS 9 - DEVK 5 -; LG München I, 95.02.2003 LS 25 - Münchener Verein -; vgl. ferner LG Hannover, 28.05.2001 LS 41 m.w.N. - BHW 3 -.

Diese Verfügungsbeschränkungen für die betriebliche Versorgungszusage auf dem Durchführungsweg der Direkversicherung finden ihre Grundlage in der zwingenden Vorschrift des § 2 Abs. 2 Satz 4 BetrAVG. Mit dieser Norm untersagt der Gesetzgeber es dem ausgeschiedenen AN, über den wirtschaftlichen Wert der ihm überlassenen Direktversicherung, soweit er auf Beiträgen des AG beruht, vorzeitig durch Abtretung, Beleihung, Verpfändung oder Inanspruchnahme des Rückkaufwertes zu verfügen (Höfer, BetrAVG, § 2 Rz. 3259). Die Norm stellt sicher, dass der Versorgungszweck auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhalten bleibt (BT-Drs. VII/1281, Teil B zu § 2 Abs. 2, S. 26). Überschussanteile unterliegen den gleichen Verfügungsbeschränkungen wie das geschäftsplanmäßige Deckungskapital der Direktversicherung (Höfer, BetrAVG, § 2 Rz. 3263). Die Verfügungsbeschränkungen stellen gesetzliche Verbote i.S. des § 134 BGB dar (Höfer, BetrAVG, § 2 Rz. 3273). Sie binden nicht nur den Versicherer (Höfer, BetrAVG, § 2 Rz. 3264), sondern auch den AG (Höfer, BetrAVG, § 2 Rz. 3265).

zu LS 18 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 89 b Rz. 39; Küstner/Thume, HdB-ADR, Bd. II, 8.A., Kap. X Rz. 65; ebenso Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. X Rz. 54;

zu LS 22 - AA als Entgeltforderung - vgl. BGH, 16.06.2010 LS 2 m.w.N.