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BGH, 15.12.1993 - VIII ZR 157/92 - (Urteil)

BGH, 15.12.1993 - VIII ZR 157/92 - (Urteil)
Fundstellen
EversOK; ZIP 94, 293; WM 94, 645; BB 94, 815; NJW 94, 722; DB 94, 728; VersR 94, 470; MDR 94, 457; BGHR HGB § 89 a Abs. 1 Ausschlussfrist 3; EWiR § 89 a HGB 1/94, 279 (Schwerdtner); m. Anm. Budde WiB 94, 198; HVR Nr. 739; DRsp II(210)386; IBRRS 93, 0255; Rechtsportal; Juris; BeckRS 9998, 95599; Wolters Kluwer
Gesetz
§ 89 a HGB; § 242 BGB
Stichworte
Überlegungsfrist; Verwirkung des Kündigungsrechts; Anwendbarkeit der Fristenregelung für die Ausübung des Rechts zur Kündigung aus wichtigem Grund; vereinbarter wichtiger Grund; Unterschreitung einer Umsatzvorgabe; Mindestbezugsmenge; Forecast; Mindestabnahmemenge
Anmerkung
Vorinstanz OLG München, 29.04.1992;

zu LS 1 vgl. BGH, 17.07.2002 LS 21;
Im Streitfall hatte der die fristlose Kündigung auf die nachfolgende Vertragsbestimmung gestützt:

"H. Hiermit verpflichten sich der VH zur Abnahme von 3.500 Hektoliter im ersten Jahr mit einer Steigerung von 10 % im zweiten Jahr und von jeweils 5 % in den darauffolgenden Jahren (bis zum ...). Die Mehrabnahme bezieht sich jeweils auf die Basismenge des vorangegangenen Jahres.
I. Der vorliegende Vertrag ist bis zum 30.9.1992 gültig und verlängert sich danach stillschweigend von Jahr zu Jahr. Eine eventuelle Kündigung muss mittels eingeschriebenem Brief mindestens 4 (vier) Monate vor Ablauf erfolgen, dies gilt auch für eine außerordentliche Kündigung im Falle einer Vertragsverletzung aus Abschnitt H.
Der BGH hat die Frage offengelassen, ob mit der Klausel ein außerordentliches Kündigungsrecht des U wirksam vereinbart worden ist, weil das Kündigungsrecht jedenfalls verwirkt worden sei."

vgl. dazu auch OLG Karlsruhe, 25.06.2001 LS 10;

zu LS 2 vgl. auch BGH, 29.06.2011 LS 11; 17.07.2002 LS 21; 26.05.1999 LS 18, 19; 21.03.1985 LS 2, 4 ; 27.01.1982 LS 3; 16.02.2000 LS 23; OLG Braunschweig, 12.12.1996 LS 1; OLG Hamm, 21.08.1998 LS 16; OLG Köln, 30.09.2005 LS 7 - Axa 4 -; OLG Frankfurt/Main, 18.10.2018 LS 22 - DVAG 62 -; 30.11.2000 LS 5; OLG Saarbrücken, 10.02.1999 LS 7; OLG Karlsruhe, 25.06.2001 LS 10; OLG München, 23.07.1997 LS 7; 01.07.2003 LS 29; LG Frankfurt/Main, 26.03.2015 LS 7 - DVAG 47 -; MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 a Rz. 66, Baumbach/Hopt, HGB, 38.A., § 89 a Rz. 30; Piper, Höchstrichterliche Rspr. zum Handelsvertreterrecht 1987, Rz. 82, 84; Wolf, WM 86, Sonderbeilage 5, S. 9; einschränkend OLG Düsseldorf, 02.10.1998 LS 2 (4 Wochen); wohl auch OLG Düsseldorf, 25.02.2000 LS 3, 11, wonach die Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 Satz 1 BGB regelmäßig als Überlegungsfrist anzusehen ist; vgl. auch Anm. 14.2 zu OLG Düsseldorf, 07.07.2000; von einer Maximalfrist von 3 Wochen geht OLG Brandenburg, 14.03.2007 LS 22 - DVAG 16 - aus; enger, 2 Wochen bei klar zutage tretenden Konkurrenzverstößen OLG Düsseldorf, 09.11.2001 LS 27 - Brillengestelle 2 -; erweiternd dagegen BGH, 15.11.1962 LS 12 - Mohno-Pumpen - (3 Monate bei Versuch einer gütlichen Einigung);

zur Frage des Verstreichens der Überlegungsfrist bei fortgesetzen Verstößen gegen den Agenturvertrag vgl. OLG München, 23.07.1997 LS 8;

zu LS 3 vgl. BGH, 19.11.1998 LS 3; OLG Saarbrücken, 10.02.1999 LS 6, 7;

zu LS 4 vgl. BGH, 19.11.1998 LS 4;

zu LS 4 vgl. OLG Saarbrücken, 10.02.1999 LS 6