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BGH, 07.06.1984 - I ZR 50/82 - (Urteil)

BGH, 07.06.1984 - I ZR 50/82 - (Urteil)
Fundstellen
BGHZ 91, 321; NJW 84, 2529; BB 84, 1574; DB 84, 2297; WM 84, 1276; EBE 84, 312; HVuHM 86, 382; HVR Nr. 589; LM Nr. 71 zu § 89 b HGB; DRspr II (210) 324 c-d; Juris; BeckRS 9998, 101585; Wolters Kluwer
Gesetz
§ 89 b Abs. 3 Satz 1 HGB; § 89 b Abs. 3 Satz 2 HGB
Stichworte
AA des HV; wichtiger Grund; begründeter Anlass; unberechtigte fristlose Kündigung des HV; fristlose Eigenkündung des HV; Zumutbarkeit der Vertragsfortsetzung; Ausschluss des AA; singularia non sunt extenda
Anmerkung
zu LS 1 vgl. OLG Düsseldorf, 19.04.1996 LS 10; Baumbach/Hopt, HGB, 30.A., § 89 b Rz. 57; Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 64; MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 b Rz. 167; Heymann/Sonnenschein/Weitemeyer, HGB, 2.A., § 89 b Rz. 84; Ankele, Handelsvertreterrecht, § 89 b Rz. 169; Koller/Roth/Morck, HGB, § 89 b Rz. 16; Röhricht/v. Westphalen/Küstner, HGB, 2.A., § 89 b Rz. 86; Westphal, Vertriebsrecht, Bd. I, Handelsvertreter, 1998, Rz. 1124; Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XI Rz. 36; Saenger, Der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters bei Eigenkündigung 1997, S. 28; a.A. BGH, 30.06.1969 LS 1; OLG Frankfurt/Main, 10.02.1981 LS 9;

1.1 Die Kündigung entfaltet jedoch keine ausgleichserhaltende Wirkung nach § 89 b Abs. 3 Nr. 1 HGB, wenn der U die unberechtigte fristlose Eigenkündigung des HV zum Anlass nimmt, den HVV seinerseits aus wichtigem Grund zu kündigen (vgl. BGH, 30.06.1969 LS 8; OLG München, 17.09.1957 LS 1, 2; OLG Frankfurt/Main, 10.02.1981 LS 9; Ankele, Handelsvertreterrecht, § 89 b Rz. 169; Küstner/v. Manteuffel, HdB-ADR, Bd. II, 6.A., Rz. 1154; Westphal, Vertriebsrecht, Bd. I, Handelsvertreter 1998, Rz. 1124; vgl. aber auch MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 b Rz. 167 a.E.).

1.2 Ist die Kündigung des HV wegen einer bei einer Störung im Leistungsbereich erforderlichen aber unterbliebenen Abmahnung nicht als außerordentliche Kündigung wirksam, scheidet auch eine ausgleichserhaltende Kündigung aus begründetem Anlass aus, sofern der HV nicht darlegt und ggf. beweist, dass der U das beanstandete Verhalten auch nach einer Beanstandung nicht abgestellt hätte (vgl. dazu Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 64). Dies ist etwa dann der Fall, wenn der HV das Verhalten des U bereits mehrfach beanstandet hat, ohne es qualifiziert unter Androhung der außerordentlichen Kündigung abzumahnen.

zu LS 2 vgl. BGH, 21.02.2006 LS 20;

zu LS 4 vgl. BGH, 13.12.1995 LS 4 m.w.N. - Dumrath & Fassnacht 1 -;

zu LS 5 - rechtmäßiges Verhalten des U als begründeter Anlass - vgl. BGH, 06.11.1986 LS 4; - keine Berechtigung zur Kündigung aus wichtigem Grund trotz begründeten Anlasses - vgl. BGH, 21.02.2006 LS 17;

zu LS 7 vgl. EuGH, 28.10.2010 LS 11 m.w.N. - Volvo 5 -; BGH, 14.04.1988 LS 3 m.w.N.; vgl. auch Anm. 3.1 zu LG Münster, 13.07.2001 - Westfälische Provinzial 2 -; Ebenroth/Joost/Boujong/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rzz. 59 ff.; Hopt, Handelsvertreterrecht, 6.A., § 89 b Rz. 69;

zu LS 8 vgl. aber OLG Frankfurt/Main, 18.10.2018 LS 38 - DVAG 62 -