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OLG Köln, 19.09.1996 - 18 U 14/96 - (Urteil)

OLG Köln, 19.09.1996 - 18 U 14/96 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:OLGK:1996:0919.18U14.96.00

Gesetz

§ 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB; § 89 b Abs. 4 Satz 1 HGB; § 2 Abs. 1 Nr. 2 AGBG; § 24 AGBG

Stichworte

AA des VV; Anrechenbarkeit der Altersversorgungsleistung des U auf den AA; freiwillige Leistungen des U für die Altersversorgung des HV; Fälligkeitsdifferenz; Zweck des AA; Versorgungszusage des U; Wirksamkeit der Einbeziehung der "Grundsätze" in den Vertrag; "Grundsätze" zur Errechnung der Höhe des Ausgleichsanspruchs; § 89 b HGB als AGB

Anmerkung



n. rkr.; Vorinstanz LG Aachen - 44 O 23/95 -; Revision eingelegt beim BGH; vgl. dazu auch BGH, 23.02.1994;

vgl. zu dieser Entscheidung LG Passau, 16.10.2003 - Gothaer 1 -;

zu LS 1 vgl. Anm. 1.3 zu LG Köln, 23.05.2000 - Axa Colonia 2 -; Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A. Kap. X Rz. 1;

zu LS 2 vgl. Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A. Kap. X Rz. 10; Müller-Stein, VW 01, 415, 415f.;

zu LS 3 vgl. BGH, 23.02.1994 LS 1; 18.02.1982 LS 9; Höft, VersR 71, 269, 271;

zu LS 4 vgl. a.A. LG Köln, 23.05.2000 LS 2 - Axa Colonia 2 -;

zu LS 5 vgl. BGH, 23.02.1994 LS 3 - Vorwerk -; zur Behandlung der Fälligkeitsdifferenz vgl. OLG Düsseldorf, 22.12.1995 LS 6 m.w.N.; LG München I, 21.03.2002 LS 28 - Allianz 6 -;

zu LS 6 vgl. OLG Köln, 19.09.1996 LS 4;

In der Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass es sich bei einer vom U an den HV gewährten Altersversorgung um zusätzliche freiwillige Leistungen handelt, weil der U aus Rechtsgründen nicht verpflichtet ist, für den Vertreter eine Rentenanwartschaft zu begründen (OLG Celle, 16.05.2002 LS 34 - BHW III -). Dem kann nicht gefolgt werden. Es ist vielmehr im Einzelfall zu prüfen, ob tatsächlich freiwillige zusätzliche Leistungen vorliegen. Dies ist nicht der Fall, wenn den Leistungen des U für die Altersversorgung des HV Leistungen des HV gegenüberstehen (vgl. dazu OLG Düsseldorf, 24.02.1995 LS 8; vgl. ferner Evers/Kiene, ZfV 01, 618, 619 f., 624 ff. = Sonderdruck S. 10 f., 624 ff.).

zu LS 7 vgl. OLG Naumburg, 15.04.2003 LS 12; OLG Köln, 01.08.2003 LS 14 - DEVK 4 -; OLG München, 21.07.2004 LS 12 - Versicherungskammer Bayern -; LG München I, 10.08.2000 LS 19 - Allianz 5 -; OLG Düsseldorf, 22.12.1995 LS 9 m.w.N.; LG Köln, 04.07.1997 LS 14; OLG Celle, 16.05.2002 LS 30 - BHW 3 - ; Anm. 23.3 zu LG Stuttgart, 28.01.2000;

zu LS 8 vgl. LG Saarbrücken, 13.09.2000 LS 6 - General Accident 3 -; LG Köln, 04.07.1997 LS 11; v. Westphalen, BB 01, 1593 f.; vgl. ferner die Anm. 1.1.1 zu BGH, 17.11.1983 - Allianz 2 -; Anm. 23.2 zu LG Stuttgart, 28.01.2000; a.A. - Einigung nicht erforderlich - vgl. OLG Köln, 17.08.2001 LS 28 - Axa Colonia 2 -; Küstner, VersR 02, 513, 520; ders., VersR 02, 980, 981; ders., BB 94, 1590, 1591 f.; ders. FS für Trinkner 1995, S. 193, 210; v. Westphalen, DB 00, 2255, 2258; Thume, BB 02, 1325, 1330 (letzterer beschränkt auf den Anwendungsbereich der "Grundsätze" zur Errechnung der Höhe des AA des VV und Bausparkassenvertreters);

zu LS 9 vgl. aber Küstner, BB 94, 1590, 1591 f.; ders./v. Manteuffel/Evers, HdB-ADR, Bd. II, 6.A. Rz. 895; nicht aufrecht erhalten in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. VIII Rzz. 20, 21; Küstner, FS für Trinkner 1995, S. 193, 210; ders., Grundsätze zur Errechnung der Höhe des Ausgleichsanspruchs 1997, Rzz. 512, 538; ders., VW 97, 260;

zu LS 10 vgl. BGH, 20.11.2002 LS 10 m.w.N., 27 - Allianz 5 -; 20.11.2002 LS 21 - Axa Colonia II -; OLG Celle, 16.05.2002 LS 27 - BHW III -; OLG Hamm, 21.07.2004 LS 54 - Westfälische Provinzial 5 -; OLG Köln, 17.08.2001 LS 28 - Axa Colonia 2 -; OLG München, 22.03.2001 LS 16 - Allianz 5 -; OLG Naumburg, 15.04.2003 LS 3, LS 10; LG München I, 10.08.2000 LS 23 - Allianz 5 -; LG Düsseldorf, 19.07.2005 LS 7 - ARAG 3 -; Müller-Stein, VW 00, 1618; a.A. Küstner, BB 94, 1590, 1592; Küstner/v. Manteuffel/Evers, HdB-ADR, Bd. II, 6.A., Rz. 895; nicht aufrecht erhalten in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. VIII Rzz. 20, 21; vgl. aber auch Kiene/Evers, ZfV 01, 585, 589 Berücksichtigung erfahren sollen, wegen Verstoßes gegen § 89 b Abs. 4 Satz 1 HGB nichtig ist, wenn ihr nicht lediglich deklaratorischen Charakter zukommt, sie also keinerlei Einfluss auf die Billigkeitsprüfung nach Maßgabe des § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 hat.

zu LS 12 vgl. LG Düsseldorf, 19.07.2005 LS 7 - ARAG 3 -; Anm. 13.1 zu LG München, 11.03.2005 - Allianz 9 -; Anm. 1.1 zu LG München I, 10.08.2000 - Allianz 5 -; Anm. 24.2 zu OLG Köln, 20.07.2001 - Vereinte -; Anm. 25.1 zu OLG Hamm, 02.09.1999 - ZTG ./. Aral -; Anm. 3 zu LG Dortmund, 25.08.1999 - Nürnberger -; Hopt, Handelsvertreterrecht, 6.A., § 89 b Rz. 96; Küstner, v. Manteuffel & Evers, Hrsg., Der Ausgleichsanspruch des Versicherungs- und Bausparkassenvertreters 1998, Ziff. III.1.1, S. 112; Stötter, K., Das Recht der Handelsvertreter, 5.A., S. 225; v. Westphalen, DB 00, 2255, 2256; ders.; BB 01, 1593, 1595; vgl. auch schon BGH, 21.05.1975 LS 18; a.A. Thume, BB 02, 1325, 1328, der den "Grundsätzen" die Qualität eines Handelsbrauchs beimisst.vgl. ders.; BB 01, 1593, 1595; vgl. auch schon BGH, 21.05.1975 LS 18; a.A. Thume, BB 02, 1325, 1328, der den "Grundsätzen" die Qualität eines Handelsbrauchs beimisst.

Die "Grundsätze" würden ihren Charakter als AGB nicht einmal dadurch verlieren, wenn sie unter den beteiligten Verbänden ausgehandelt worden wären (vgl. BGH, 09.10.1981 LS 1).
 
zu LS 14 vgl. aber LG Hamburg, 26.11.1993 LS 1;

14.1 Nach Auffassung von Schröder (Recht der Handelsvertreter, 5.A., § 89 b Rz. 43) sind die "Grundsätze" entweder als stillschweigend vereinbart anzusehen oder sollen dem VV zumindest auf der Grundlage der Vorschrift des § 328 BGB die Möglichkeit geben, sich auf die Verbindlichkeit der "Grundsätze" als Vertrag zu Gunsten Dritter zu berufen. Nach richtiger Auffassung wird man davon auszugehen haben, dass die Übereinkunft der Wirtschaftsverbände deren Mitglieder rechtsgeschäftlich nicht verpflichten kann, weil die Wirtschaftsverbände anders als Tarifvertragsparteien im Arbeitsrecht keine Hopt, Handelsvertreterrecht, 6.A., § 89 b Rz. 96; Küstner, v. Manteuffel & Evers, Hrsg., Der Ausgleichsanspruch des Versicherungs- und Bausparkassenvertreters 1998, Ziff. III.1.1, S. 112; Stötter, K., Das Recht der Handelsvertreter, 5.A., S. 225; v. Westphalen, DB 00, 2255, 2256; gesetzliche Befugnis zur Setzung verbindlicher Regelungen haben und eine Verpflichtung der anderen Verbände und deren Mitglieder an dem Mangel einer entsprechenden rechtsgeschäftlichen Vertretungsmacht scheitert (Ammermann, Atypische Vergütung des Versicherungsvertreters und der Ausgleichsanspruch nach § 89 b HGB 1972, S. 147).

14.2 Zweifelhaft ist, ob man mit Stötter/Stötter (VW 80, 1549, 1553) davon ausgehen kann, dass der Vereinbarung der "Grundsätze" wegen Verstoßes gegen § 89 b Abs. 4 Satz 1 HGB stets die Wirksamkeit zu versagen ist. In der Praxis der Ausgleichsberechnung beim Versicherungs- und Bausparkassenvertreter sind durchaus Fälle möglich, in denen die Anwendung der Grundsätze zu einem höheren AA führen kann als die konkrete Vorteils- und Verlustprognose. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn die Bestände infolge Überalterung der VN nur noch geringe Restlaufzeiten haben oder wenn bestimmte Tarife, die der VV vornehmlich vermittelt hat, vom vertretenen Unternehmen eingestellt worden sind mit der Folge, dass dem Vertreter der Boden für den künftigen Abschluss von Verträgen im engen wirtschaftlichen Zusammenhang entzogen ist. In diesen Fällen ist für die Prognose weiterer Provisionsverluste kein Raum, während sich unter Zugrundelegung der Grundsätze durchaus höhere Ausgleichswerte ermitteln lassen.

zu LS 15 - Einbeziehung der Grundsätze in den Vertrag - vgl. LG Freiburg, 20.03.2008 LS 13 - AachenMünchener -;

zu LS 17 vgl. OLG Koblenz, 24.07.1986 LS 1 m.w.N.