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OLG Köln, 10.04.1996 - 6 U 128/95 - (Urteil)

ECLI
ECLI:DE:OLGK:1996:0410.6U128.95.00
Gesetz
§ 1 AGBG; § 8 AGBG; § 9 AGBG; § 9 Abs. 1 AGBG; § 9 Abs. 2 Nr. 2 AGBG; § 13 AGBG; § 315 BGB
Stichworte
- Volvo 4 -; Bonusregelung; Bonus; unangemessene Benachteiligung; VHV; einseitiger Änderungsvorbehalt; einseitiges Leistungsänderungsrecht; Verdienstmöglichkeiten des VH; dynamische Verweisung in AGB als Leistungsbestimmungsrecht; Abgrenzung Rabatt / Boni; vertragstypische Leistung des VH; Umsatzziel; Umsatzzielvereinbarung; Erfolg; kollektives Aushandeln; Hausverein; Vertreterorganisation; Händlerorganisation; Preisvereinbarungen
Anmerkung


Vorinstanz LG Köln, 05.04.1995 - 16 O 128/95 -;

zu LS
4 vgl. aber auch LG Dortmund, 20.11.1998 LS 4; Evers/v. Manteuffel, Die Inhaltskontrolle von Handelsvertreterverträgen 1998, S. 7;

zu LS 5 vgl. OLG Düsseldorf, 09.10.1981 LS 1; Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG, § 8 Rzz. 14, 21; vgl. aber Thume, BB 02, 1325, 1328.

5.1 Tatsächlich wird man eine vollkommene Gleichstellung kollektiv ausgehandelter Vertragsordnungen mit AGB aus dem Schutzgedanken des AGBG als nicht geboten ansehen können (Thume, BB 02, 1325, 1328). Durch die Einbeziehung kollektiv ausgehandelter Vertragsordnungen unterwirft sich der Verwender einem kollektiven Verhandlungsergebnis. Er versucht nicht ohne weiteres, eigene Interessen zu Lasten des Vertragspartners durchzusetzen.

5.2 Dass kollektiv ausgehandelte Vertragsordnungen den AGB nicht ohne weiteres gleichgestellt werden können, führt aber nicht zu einer Bereichsausnahme für die kollektiv ausgehandelte Vertragsordnung von der Inhaltskontrolle. Bei Beanstandungen einzelner Klauseln der Vertragsordnung muss vielmehr nur der jeweilige Normzweck der Vertragsordnung in seiner Gesamtheit bereücksichtigt werden, so dass der gesamte zu Grunde liegende wirtschaftliche Sachverhalt umfassend gewürdigt wird und nicht nur die Klausel isoliert betrachtet wird (Thume, BB 02, 1325, 1328).

zu LS 6 vgl. BGH, 12.05.2004 LS 3; Palandt/Heinrichs, BGB, 65.A., § 307 Rz. 59;

zu LS 9 vgl. BGH, 12.01.1994 LS 9 m.w.N.;

zu LS 11 vgl. LG Mainz, 16.01.2004 LS 5 - EFS 1 -; LG Potsdam, 24.03.2004 LS 11 - EFS 2 -; vgl. aber LG Stuttgart, 03.08.2011 LS 69 - Wüstenrot 3 - (dynamisch Verweisung unbedenklich wenn HV vor Änderung informiert wird); als unbedenklich dürften dagegen dynamische Verweisungen in Arbeitsverträgen mit angestellten Vertriebsmitarbeitern anzusehen sein, die auf den Manteltarifvertrag Bezug nehmen BAG, 06.05.2009 LS 11;

zu LS 14 - Zweck des VHV - vgl. auch BGer, 10.12.1974 LS 3; Emde, BB 96, 2260, 2261 f.;

zum Begriff VH vgl. OGH, 17.12.1997 LS 1;

zur vertragstypischen Leistung des VH als Maßstab für die objektive Anküpfung im Kollisionsrecht vgl. OLG Hamm, 18.10.1982 LS 6 m.w.N.;

zu LS 20 vgl. a.A. BGH, 06.10.1999 LS 37 m.w.N. - Kawasaki -;

zu LS 26 vgl. BGH, 06.10.1999 LS 43 m.w.N.;

zu LS 33 vgl. Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG, § 1 Rzz. 59, 70; Palandt/Heinrichs, BGB, 54. A., § 1 Rz. 15; § 9 Rz. 11; nach Ansicht von Ulmer/Brandner/Hensen, AGBG, § 1 Rz. 59 soll der Einfluss der Vertragspartner des Verwenders über deren Interessenvertretung aber bei der Unangemessenheitskontrolle nach § 9 AGBG berücksichtigt werden, vgl. dazu auch Heinrichs, NJW 77, 1509; Wolf/Horn/Lindacher, AGBG, § 1 Rz. 40;

zur dynamischen Verweisung in Franchiseverträgen vgl. Kroll in ZVertriebsR 16, 284