BGH, Urteil, 15.11.1984 - I ZR 79/82 - EversOK



Fundstellen
EversOK; NJW 85, 860; BB 85, 352; DB 85, 747; HVR Nr. 597; LM Nr. 76/77 zu § 89 b HGB; DRspr II (210) 329 d-e; TSt 85, 105 m. Anm. Legeland; Juris; BeckRS 9998, 101109; Wolters Kluwer
Gesetz
§ 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB; § 287 ZPO; § 377 ZPO; § 377 Abs. 4 ZPO; § 377 Abs. 3 ZPO
Stichworte
- Shell 8 -; AA des TStH; Unternehmervorteile aus Geschäftsverbindung mit Tankstellenkunden; Art der prognosefähigen Provisionsverluste; Dispositionsfreiheit des U
Anmerkung
Vorinstanz OLG Hamburg, 06.04.1982 (Aufhebung) - Zurückverweisung - neues Urteil OLG Hamburg, 28.07.1987;

vgl. zu dieser Entscheidung OLG München, 21.03.2001 LS 5;

zu LS 1 vgl. LG Hamburg, 07.04.1983 LS 15 m.w.N. Die Vorschrift des § 377 Abs. 4 ZPO ist durch Gesetz vom 17.Dezember 1990 (BGBl. I, S. 2847) aufgehoben worden. Eine schriftliche Zeugenbefragung zur Beantwortung der Beweisfrage kann das Gericht heute auf der Grundlage des § 377 Abs. 3 ZPO anordnen, wenn es dies im Hinblick auf den Inhalt der Beweisfrage und die Person des Zeugen für ausreichend erachtet. Indessen sollte eine Stammkundenbefragung entbehrlich sein, wenn der TStH eine von den Kunden selbst ausgefüllte Stammkundenliste vorlegt. Hierbei reicht es aus, dass die spezifizierte Stammkundenumsatzliste einen repräsentativen Querschnitt erkennen lässt. Sie muss nicht vollständig sein, um aus ihr den Stammkundenumsatzanteil hochzurechnen (vgl. LG Düsseldorf, 29.04.1977 LS 4). Bestreitet der U lediglich pauschal die Richtigkeit einer Stammkundenumsatzliste, die die Kundenadressen enthält, ist dieses unsubstantiierte Bestreiten unbeachtlich (so zutreffend LG Düsseldorf, 29.04.1977 LS 5), weil der U sich zu dem ihm namhaft gemachten Kunden und deren Umsätzen substantiiert einlassen kann.

zu LS 2 vgl. BGH, 06.08.1997 - Esso 2 - LS 34; 06.08.1997 LS 33 - Aral
II -;

zu LS 3 vgl. BGH, 06.08.1997 - Esso 2 - LS 3; 06.08.1997 LS 3 - Aral 2 -; 07.03.1985 LS 4; 10.07.2002 LS 45 m.w.N. - Aral 7 -; OLG Hamm, 21.11.1997 LS 6; LG Dortmund, 20.11.1998 LS 5; OLG Köln, 23.02.1996 LS 19; 26.09.1995 LS 17 f; vgl. aber BGH, 06.08.1997 LS 29 m.w.N.; LG Frankfurt/Main, 07.12.1981 LS 15 m.w.N.;

zu LS 3a vgl. BGH, 13.01.2010 LS 11; 29.04.2009 LS 24 m.w.N.; 11.10.1990 LS 5; 28.04.1988 LS 2; 16.01.1986 LS 2 m.w.N.; 04.06.1975 LS 17; 28.06.2006 LS 8 m.w.N.; 12.03.2003 LS 3; Anm. 11.2 zu LG Stuttgart, 15.06.2001 - Mercedes-Benz 1 -;

zu LS 4 vgl. BGH, 15.10.1992 LS 3; OLG Bremen, 10.02.1966 LS 2 m.w.N.; LG Stuttgart, 03.05.1991 LS 12;

zu LS 5 vgl. BGH, 28.04.1988 LS 5; 10.07.2002 LS 38 m.w.N. - Aral 7 -; OLG Hamburg, 02.04.1993 LS 7; a.A. BGH, 10.07.2002 LS 50, LS 53 - Aral 7 -; OLG Hamburg, 08.07.1982 LS 4 ff. - Shell 6 -; 06.04.1982 LS 6; Semmler, Die Rechtsstellung des Tankstellenhalters zwischen Handelsvertreter und Vertragshändler, 1995, S. 171;

zu LS 7 vgl. BGH, 10.07.2002 LS 38 m.w.N. - Aral 7 -; OLG Hamm, 02.09.1999 LS 29 - ZTG ./. Aral -; a.A. BGH, 06.08.1997 LS 21 - BP I -;

zu LS 7c vgl. BGH, 06.08.1997 LS 5 m.w.N. - Aral 2 -;

zu LS 7e vgl. BGH, 06.08.1997 LS 26 m.w.N. - BP 1 -; LG Berlin, 15.11.1999 LS 15, 21 - Shell 14 -; vgl. auch OLG Hamm, 06.07.2001 LS 10;

zu LS 8 vgl. BGH, 29.03.1990 LS 6; LG Berlin, 24.07.2001 LS 11;

zu LS 9 vgl. BGH, 12.02.2003 LS 39 m.w.N.; Anm. 34.2 zu OLG Hamm, 02.09.1999 - ZTG ./. Aral -; MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 b Rz. 103, der stets den tatsächlichen Verhältnissen den Vorrang vor vertraglichen Vereinbarung einräumt; vgl. aber Westphal, Vertriebsrecht, Bd. I, Handelsvertreter, 1998, Rz. 1024, der die Aufnahme entsprechender Vereinbarungen über die Aufteilung der Provision empfiehlt;

zu LS 10 vgl. Anm. 34.3 zu OLG Hamm, 02.09.1999 - ZTG ./. Aral -; vgl. auch Semmler, Die Rechtsstellung des Tankstellenhalters zwischen Handelsvertreter und Vertragshändler 1995, 169; a.A. OLG Hamburg, 06.04.1982 LS 8;

Der Vergleich einer Umschlagsvergütung mit der Normalvergütung lässt Rückschlüsse auf die dem Provisionsystem zu Grunde liegende Kalkulation der Vermittlungs- und Verwaltungsanteile in der Gesamtprovision nur zu, wenn die mit der Umschlagsvergütung abgegoltende Leistung ausschließlich als vermittlungsfremd zu qualifizieren ist (so wohl auch Legeland, TSt 85, 105, 106). Dies kommt nur in Betracht, wenn der TStH im Umschlagsgeschäft keine mitursächliche Vermittlungsleistung erbringt. Eine solche Leistung des TStH wäre nur ausgeschlossen, wenn der Kunde im Umschlagsgeschäft vertraglich gegenüber dem U verpflichtet wäre, im Netz des U Kraftstoffe zu beziehen. Besteht aber keine Bezugsbindung, so wird der TStH schon dann mitursächlich für den Abschluss des Umschlagsgeschäfts, wenn er ihn durch Offenhalten oder besser Bewirtschaftung der Station dazu veranlasst hat, das Umschlagsgeschäft mit dem U zu tätigen.

zur Auswirkung solcher vertraglichen Anhaltspunkte auf die Darlegungs- und Beweislast vgl. LG Bielefeld, 24.02.1995 LS 14;

zu LS 11 vgl. BGH, 04.06.1975 LS 31