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LG Düsseldorf, 19.07.2005 - 32 O 217/04 - (Urteil)

LG Düsseldorf, 19.07.2005 - 32 O 217/04 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:LGD:2005:0719.32O217.04.00

Gesetz

§ 89 b HGB; § 87 c Abs. 1 HGB; § 133 BGB; § 307 BGB; § 781 BGB; § 782 BGB; § 1 AGBG; § 9 AGBG

Stichworte

- ARAG 3 -; AA des VV; Bindung des U an Abrechnung über den AA nach den "Grundsätzen zur Errechnung der Höhe des Ausgleichsanspruchs"; abstraktes Schuldanerkenntnis

Anmerkung



rkr.;

zu LS 3 vgl. LG Düsseldorf, 19.08.2005 LS 4 - ARAG 4 -; vgl. aber OLG Rostock, 04.03.2009 LS 43 (Abrechnung des AA nach den "Grundsätzen" grundsätzlich kein Schuldanerkenntnis); vgl. auch BGH, 07.02.1990 LS 3 m.w.N. (Abrechnung des U ist grundsätzlich als abstraktes Schuldanerkenntnis);

3.1 Eine vom U vorgenommene Berechnung des AA nach den "Grundsätzen" stellt als ein i.S. der Vorschriften der §§ 781, 782 BGB, 350 HGB formfrei wirksames abstraktes Schuldanerkenntnis dar (vgl. Anm. 10.1 zu LG Hamburg, 12.03.2019 - Signal Iduna 5 -; OLG Koblenz, 02.07.1998 LS 3 - Schleifmittel -). Während der U an eine von ihm vorgenommene Berechnung des AA nach den "Grundsätzen" gebunden ist, steht es dem VV frei, den U hieran festzuhalten und sich weitergehende Ausgleichsforderungen vorzubehalten oder diese durchzusetzen (vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 2.A., § 89 b Rz. 160; siehe dazu Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rzz. 242 ff.). Denn § 89 b Abs. Abs. 4 Satz 1 HGB ist eine einseitig zwingende Norm (BGH, 11.10.1990 LS 14 m.w.N. - Thermodachelemente -). Die Berechnung des AA durch den U ist daher als Mindestausgleich anzusehen (vgl. BGH, 11.10.1990 LS 15 - Thermodachelemente -).

3.2 Auch dann, wenn der U den AA nach den "Grundsätzen" berechnet hat, steht es nicht schutzlos da. Denn ihm steht die Möglichkeit offen, das durch die Abrechnung über den AA abgegebene Anerkenntnis bei Fehlen der Anspruchsvoraussetzungen nach den Grundsätzen einer ungerechtfertigten Bereicherung gemäß § 812 Abs. 2 BGB zurückzufordern (vgl. Anm. 10.1 zu LG Hamburg, 12.03.2019 - Signal Iduna 5 -; OLG Koblenz, 02.07.1998 LS 3 - Schleifmittel -). Für die Voraussetzungen der Kondiktion, also für das Nichtbestehen des AA, ist der U darlegungs- und beweispflichtig (OLG Koblenz, 02.07.1998 LS 3 - Schleifmittel -).

zu LS 7 vgl. OLG Köln, 19.09.1996 LS 12 m.w.N.;

zu LS 10 - Erleichterungsfunktion der Grundsätze - vgl. LG Köln, 04.07.1997 LS 6 m.w.N.; dazu, dass die Grundsätze den VV nicht binden können vgl. ferner BGH, 19.11.1970 LS 16 m.w.N.