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ArbG Kassel, 30.11.2009 - 7 Ca 445/09 - (Urteil)

ArbG Kassel, 30.11.2009 - 7 Ca 445/09 - (Urteil)

Fundstellen

EversOK;

Gesetz

§ 84 Abs. 1 Satz 2 HGB; § 84 Abs. 2 HGB; § 92 HGB; § 311 Abs. 1 BGB; § 611 Abs. 1 BGB; § 812 BGB; § 5 ArbGG

Stichworte

- FORMAXX 1 -; Abgrenzung HV / AN; Scheinselbständigkeit; persönliche Abhängigkeit; Weisungen; Geschäftsanweisung; Pflicht zur Wahrung des Corporate Design; fehlende Vollmacht zu rechtsgeschäftlichem Handeln; Verbotsvorbehalt bei der Heranziehung von Hilfskräften für die Beratungstätigkeit; Berichtspflicht; Informationspflicht; Umwandlung des einzelkaufmännischen Unternehmens; Nachbearbeitungspflicht; Protokollierungspflicht bei Kundenberatungen

Anmerkung

n.rkr.; aufgehoben durch LAG Frankfurt/Main, 25.10.2010 - 7 SA 163/10 -;

zu LS 5 vgl. Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, ArbGG, 9.A., § 5 Rz. 2; Hauck/Helml, ArbGG, 2.A., § 5 Rz. 4;

zu LS 8 vgl. Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, ArbGG, 9.A., § 5 Rz. 8;

zu LS 9 vgl. MünchHdB-ArbR/Schneider, 4.A. § 18 Rz. 15;

zu LS 11 vgl. Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, ArbGG, 9.A., § 5 Rz. 8;

zu LS 13 vgl. Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, ArbGG, 9.A., § 5 Rz. 8; Hauck/Helml, ArbGG, 2.A., § 5 Rz. 4;

zu LS 14 vgl. Hauck/Helml, ArbGG, 2.A., § 5 Rz. 5;

zu LS 15 vgl. Germelmann/Matthes/Prütting/Müller-Glöge, ArbGG, 9.A., § 5 Rz. 12; Hauck/Helml, ArbGG, 2.A., § 5 Rz. 4;

zu LS 18 vgl. a.A. OLG Celle, 14.08.2012 LS 5 m.w.N., 6 m.w.N. - FORMAXX 24 -;

zu LS 21 21.1 Die Pflicht, die Vertriebsgesellschaft von jeder Änderung in den Rechtsverhältnissen und/oder der Geschäftsführung der FB-Gesellschaft unverzüglich unterrichten, ist a priori nicht geeignet, für das Vorliegen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses zu sprechen. Das Recht zur Umwandlung des einzelkaufmännischen Geschäftsbetriebs in eine Personen- oder Kapitalgesellschaft ist im Umwandlungsgesetz geregelt. Es steht nur einem Kaufmann zu. Die Pflicht trifft damit eine Person, die nicht AN ist.

21.2 Die Vereinbarung einer Pflicht, notleidende Verträge nach Erhalt einer entsprechenden Stornogefahrmitteilung nachzubearbeiten, entspricht der Pflicht des HV gemäß § 86 Abs. 1 HGB, sich um die Herbeiführung von Vermittlungs- und Abschlusserfolgen zu bemühen (vgl. dazu die Anm. 30.10 m.w.N. zu OLG Saarbrücken, 09.07.1997, sowie die Anm. 6.2 zu OLG Frankfurt/Main, 20.11.1989). Diese so genannte Bemühungspflicht des VV ist den Vorschriften des Handelsvertreterrechts immanent. Eine solche den Vorschriften des Handelsvertreterrechts immanente Beschränkung ist zur Statusbestimmung von vornherein ungeeignet (LAG Nürnberg, 26.01.1999 LS 58 m.w.N. - Hamburg-Mannheimer 4 -; zur Unerheblichkeit immanenter Beschränkungen vgl. auch Berscheid/Kunz/Brand/Niebeling/Evers, Fachanwaltsbuch Arbeitsrecht, 3.A., Teil 3 Rz. 1036).

21.3 Bei der Pflicht, der Vertriebsgesellschaft von jeder Geschäftsvermittlung unverzüglich durch Überlassung der Antragsunterlagen Nachricht zu geben, handelt es sich um eine nach Maßgabe der Bestimmungen des 86 Abs. 2, 2. HS, Abs. 4 HGB zwingende gesetzliche Verpflichtung des HV. Auch sie ist daher zur Statusbestimmung nicht geeignet.

zu LS 23 vgl. a.A. LAG Hamburg, 26.03.1999 LS 54;

zu LS 29 vgl. aber OLG Hamm, 27.03.1998 LS 4, wonach selbst eine Bearbeitungsfrist von 14 Tagen bei der Überlassung einer Kundenakte statusrechtlich unbedenklich erscheint;

zu LS 31 vgl. a.A. LAG Nürnberg, 26.01.1999 LS 78 m.w.N. - Hamburg-Mannheimer 4 -;

zu LS 37 vgl. Hauck/Helml, ArbGG, 2.A., § 5 Rz. 7;

zu LS 40 vgl. ErfKomm/Preis, 20.A., § 611 a BGB Rzz. 43 f.;

vgl. auch Brömmelmeyer, Gläserner Vertrieb? Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln in der Richtlinie (EU) 2016/97 über Versicherungsvertrieb in r+s 16, 269