Logo EversOK

OLG Karlsruhe, 11.04.1957 - 5 U 97/56 - (Urteil)

OLG Karlsruhe, 11.04.1957 - 5 U 97/56 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:OLGSTUT:1960:0609.2U13.60.0A

Fundstellen

BB 57, 561; VersVerm 57, 73; VersVerm Sonderbeilage Dezember 57, 6; JR 58, 59; HVR Nr. 132; HVuHM 57, 446; Juris

Gesetz

§ 89 b Abs. 4 Satz 2 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB; § 529 Abs. 2 ZPO

Stichworte

wichtiger Grund; Untätigkeit des HV; AA bei schuldhaftem Verhalten des HV; Nachlassen des HV; Ausschluss des AA bei wichtigem Grund trotz ordentlicher Kündigung; Billigkeit; nachvertragliche Provisionen als negativer Billigkeitsgesichtspunkt; Umsatzrückgang; Ablehnung eines Angebots auf weitere Tätigkeit; Änderungskündigung

Anmerkung



zu LS 1 vgl. OLG Celle, 08.10.1958 LS 12 m.w.N.;

zu LS 3 vgl. OLG Celle, 08.10.1958 LS 1 m.w.N.;

zu LS 4 - Untätigkeit als wichtiger Grund - OLG Frankfurt/Main, 31.01.1967 LS 1 m.w.N.; - Umsatzrückgang als wichtiger Grund - vgl. OLG Karlsruhe, 28.10.1975 LS 1 m.w.N.; - anspruchsmindernde Berücksichtigung im Rahmen der Billigkeit - vgl. die Anm. zu LS 6;

zu LS 5 - Berücksichtigung sozialer Aspekte - vgl. aber Schröder, Recht der Handelsvertreter, 5.A., § 89 b Rz. 17 a; a.A. BGH, 15.02.1965 LS 14;

zu LS 5a vgl. RGRKHGB/Würdinger, 2.A., Anm. 16 zu § 89 b; Baumbach/Duden, HGB, 12.A., Anm. 4 B zu § 89 b; Franta, MDR 53, 530, 533; a.A. Schröder, Recht der Handelsvertreter, 2.A., § 89 b Rz. 36, der der Auffassung war, der Anspruch sei durch Inanspruchnahme der Gerichte innerhalb der Ausschlussfrist geltend zu machen. Schröder ist jedoch mit dieser von ihm selbst als sehr zweifelhaft bezeichneten Ansicht allein geblieben.

zu LS 6 vgl. OLG Karlsruhe, 11.10.1988 LS 8 m.w.N.; LG Passau, 11.01.2001 LS 21 - Erich Ammer -; Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A, Kap. VIII Rz. 101;

Eine Anspruchsminderung wegen eines mangelnden Verkaufserfolges des Handelsvertreters wird nur dann in Betracht kommen, wenn fest steht, dass der HV schuldhaft die Vermittlungsbemühungen vernachlässigt hat (vgl. dazu die Anm. 8.1 zu OLG Karlsruhe, 11.10.1988). Nach allgemeinen Regeln obliegt dem U hierzu die Darlegungs- und Beweislast, weil er eine für sich positive Rechtsfolge in Form der Anspruchsminderung aus der Anwendung der Norm des § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB herzuleiten sucht In der Praxis ist der Beweis kaum zu führen, dass der HV schuldhaft seine Vermittlungspflicht vernachlässigt hat. Aus den Umsätzen kann auf ein Verschulden nicht geschlossen werden, weil die Gründe für eine rückläufige Umsatzentwicklung außerordentlich vielgestaltig sein können.

zu LS 7 vgl. a.A. OLG Nürnberg, 03.11.1982 LS 7 m.w.N.; vgl aber OLG Bamberg, 01.03.1963 LS 20 - Künzel -