BGH, Urteil, 28.06.2006 - VIII ZR 350/04 - EversOK



Gesetz
§ 89 b HGB analog; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB analog
Stichworte
- BMW 15 -; AA des VH; Insolvenz des VH; Versagung des AA wegen Übertragung der Kundenliste auf Dritten; Billigkeit; Verwertung der Kundenliste für Dritte; Billigkeitsreduzierung auf Null; nachvertragliche Wettbewerbstätigkeit
Anmerkung
Vorinstanzen, OLG München, 24.11.2004 - 7 U 1518/04 -; LG München I, 09.12.2003 - 16 HKO 20600/02 -;

zur analogen Anwendung des Ausgleichsanspruchs gemäß § 89 b HGB auf Vertragshändlerverhältnisse vgl. auch Fröhlich in ZVertriebsR 15, 280;

zum AA des VH, vgl. Wauschkuhn, ZVertriebsR 2016, 79;

zu LS 1 vgl. BGH, 15.01.2008 LS 5;

zu LS 2 vgl. BGH, 29.04.2009 - VIII ZR 226/07 - LS 23;

zu LS 4 vgl. OGH, 10.07.2003 LS 14 m.w.N.; OLG München, 24.11.2004 LS 3; Westphal, Vertriebsrecht, Bd. 2, Rz. 648; Küstner/Thume, HdB-ADR, Bd. III, 2.A., Rz. 1422; Küstner/Thume/Castelletti, HdB-VertR, Bd. III, 4.A., Teil II Kap. 7 Rz. 50; Stumpf/Jaletzke/Schultze, Der Vertragshändlervertrag, 3. A. Rz. 650 Tiret 5; Flohr/Wauschkuhn/Balger, Vertriebsrecht 2014, § 116 InsO Rz. 22; für den HV MünchKommBGB/Wurmnest, 8.A., § 307 Rz. 145;

im Streitfall hatte das Berufungsgericht ein kausales schuldhaftes Verhalten des Gemeinschuldners verneint;

zum Vorliegen eines wichtigen Grundes bei Kündigung wegen Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des HV vgl. BGH, 03.05.1995 LS 11 m.w.N.;

zu LS 5 vgl. a.A. OLG München, 24.11.2004 LS 4;

zu LS 8 vgl. BGH, 16.01.1986 LS 2 m.w.N.; - Werksvertreter -; 15.11.1984 LS 3a m.w.N. - Shell 8 -;

zu LS 10 - Minderung des AA infolge nachvertraglicher Wettbewerbstätigkeit - vgl. OLG Stuttgart, 22.12.1994 LS 24 - Fiat/Lancia -;

zu LS 12 Die Mitteilung des gesamten Kundenstamms an einen Dritten zum Zwecke der Verwertung dürfte sich wegen Verstoßes gegen § 90 HGB außerhalb der Grenzen des Zulässigen bewegen und daher grundsätzlich auch dazu geeignet sein, eine Billigkeitsreduzierung auf Null zu rechtfertigen. Es sind keine Gründe dafür ersichtlich, warum die Vorschrift des § 90 HGB auf einen eingegliederten VH nicht entsprechend anwendbar sein sollte. Das aus dieser Vorschrift resultierende Verwertungsverbot wäre nur insoweit nicht verletzt, als der ausgeschiedene HV durch eigene Tätigkeit Kundenadressen verwertet, die in seinem Gedächtnis geblieben sind, oder er sich solche Anschriften von Kunden nutzbar macht, die keinen dauerhaften geschäftlichen Kontakt zu dem bisher vertretenen Unternehmen aufgenommen haben (vgl. BGH, 14.01.1999 LS 5 - Weinberater 2 -). Über diese zulässige nachvertragliche Wettbewerbstätigkeit geht die Mitteilung der Kundenliste aus der Tätigkeit für den früheren U unzweifelhaft bei weitem hinaus.

zu LS 13 vgl. Thume, BB 09, 2490, 2492