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OLG Frankfurt/Main, 30.06.2000 - 10 U 217/99 - (Urteil)

OLG Frankfurt/Main, 30.06.2000 - 10 U 217/99 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:OLGHE:2000:0630.10U217.99.0A

Gesetz

§ 89 b HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB; § 89 b Abs. 5 HGB; § 287 Abs. 2 ZPO; § 284 Abs. 1 BGB; § 288 Abs. 1 Satz 1 BGB

Stichworte

- Nassauische Brandversicherungsanstalt -; AA des VV; Unternehmervorteile; Begriff neuer Versicherungsvertrag; Umstellung von Versicherungsverträgen aus dem Monopolbestand; tatsächliche Vermutung für den Fortbestand des Versicherungsvertrages mit Verlängerungsklausel; widerlegbare Vermutung; Beweis des ersten Anscheins; Anscheinsbeweis

Anmerkung



Vorinstanz LG Wiesbaden, 29.07.1999

zu LS 2 vgl. aber die Anm. 7.3 zu BGH, 04.05.1959;

zu LS 6 vgl. Anm. 16.3 zu LG Osnabrück, 10.08.2001 - AachenMünchener 2 -;

zu LS 8 vgl. OLG Düsseldorf, 01.07.1994 LS 6 m.w.N.; Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, 6.A., Bd. II, Rz. 27;

zu LS 10 vgl. Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, Bd. II, 6.A., Rzz. 687, 1564; nicht aufrecht erhalten in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. IX Rzz. 101 f., Kap. XVII Rzz. 41 f.; vgl. Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, Bd. II, 6.A., Rz. 1633; ebenso Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XX Rz. 2;

zu LS 11 vgl. BGH, 23.11.2011 LS 40; OLG Hamburg, 26.03.1992 LS 4; LG Frankfurt/Main, 02.05.2001 LS 12 - General Accident 2 -; Thume, BB 02, 1325, 1326; Küstner, VersR 02, 513, 515; vgl. auch 22. GBGDV 69/70, S. 79.

11.1 Die Aussage des Senats trifft in tatsächlicher Hinsicht nicht zu. Es war keineswegs so, dass die an der Entwicklung der "Grundsätze" beteiligten Verbände es bei der Schaffung des Rechenwerkes der "Grundsätze" als Aufgabe angesehen hätten, die rechtlich unumgängliche Aufteilung der Folgeprovisionen in ausgleichsfähige Abschluss- und nicht zu berücksichtigende Verwaltungsprovisionen zu vermeiden (vgl. dazu im Einzelnen die Anm. 4.1 ff. zu OLG Hamburg, 26.03.1992). Diese Aufgabe ist den "Grundsätzen" vielmehr erst nachträglich mit dem 22. Geschäftsbericht des GDV (22. GBGDV 69/70, S. 79) zugedacht worden (vgl. dazu auch die Anm. 4.7 zu OLG Hamburg, 26.03.1992).

11.2 Darüber hinaus offenbart die Ansicht des Senats, die Unterscheidung von Vermittlungs- und Verwaltungsprovisionen sei in der Praxis nahezu undurchführbar, bedauerliche, keineswegs aber seltene Defizite in der Kenntnis des Handelsvertreterrechts. Tatsächlich hat die Rspr. bereits Ende der 80er Jahre Grundsätze dafür entwickelt, wie in den Fällen zu verfahren ist, in denen der Agenturvertrag keine Regelung darüber enthält, inwieweit die einheitliche Provision kalkulatorisch auf Vermittlungs- und Verwaltungsanteile entfällt (vgl. BGH, 28.04.1988 LS 8 m.w.N.). Nimmt der Agenturvertag nämlich keine diesbezügliche Leistungsbestimmung vor, ist der HV nach Maßgabe der Vorschrift der §§ 315, 316 BGB berechtigt, den Vermittlungsanteil in der Vergütung zu bestimmen (vgl. dazu im Einzelnen die Anm. 9.3ff. zu LG Dortmund, 20.11.1998). Die Beweislast dafür, dass die vom HV vorgenommene Leistungsbestimmung nicht der Billigkeit entspricht, trägt nach allgemeinen Regeln der U, weil er die Kalkulation vorgenommen hat (vgl. dazu die Anm. 9.6 zu LG Dortmund, 20.11.1998). Wie die zahllosen Tankstellenhalterprozesse zeigen, hat diese Rspr. zu einer wesentlichen Vereinfachung der Rechtsfrage (vgl. dazu BGH, 06.08.1997 LS 25 - BP 1 -) beigetragen, wie der Vermittlungsanteil in der Provision zu bestimmen ist.

zu LS 12 vgl. BGH, 21.05.1975 LS 3; 15, 16, Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, 6.A., Bd. II, Rz. 1644; so nicht aufrecht erhalten in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XX Rz. 16;

zu LS 13 vgl. BGH, 23.11.2011 LS 3 - DVAG 27 -; 06.08.1997 LS 15 - BP 1 -; LG Frankfurt/Main, 02.05.2001 LS 13 - General Accident 2 -; LG München I, 11.03.2005 LS 1; Anm. 16.5 zu LG Osnabrück, 10.08.2001 - AachenMünchener 2 -;

zu LS 14 vgl. BGH, 08.05.2014 LS 4 - DVAG 27 -; 23.11.2011 LS 49 - DVAG 27 -; OLG Köln, 21.08.2020 LS 62 - OVB 34 -; Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, 6.A., Bd. II, Rz. 48; Giesler/Nauschütt/Sperrer, Vertriebsrecht, 2.A., § 2 Rz. 1499; allgemein zur Berücksichtigung der "Grundsätze" als Schätzgrundlage vgl. OLG Hamburg, 26.03.1992 LS 2 m.w.N.; LG München I, 11.03.2005 LS 3; Küstner/Thume, HdB-ADR, Bd. II, 7.A. XVIII Rz. 1856; a.A. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 242; zu Recht zweifelnd Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XX Rz. 19;

zu LS 15 vgl. dazu den Abdruck der Grundsätze vgl. Küstner/v.Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, 6.A., Bd. II, Rz. 1859 sowie Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Anhang, Kap. V Abschnitt 3

zu Unternehmervorteilen bei der Berechnung des Handelsvertreterausgleichs im Versicherungsvertrieb, vgl. Lilje, ZVertriebsR 2016, 211