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LG Hechingen, 14.07.1981 - H O 48/80 - (Urteil)

Fundstellen
EversOK*
Gesetz
§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO; § 89 b HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 HGB; § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB
Stichworte
AA des HV; unbezifferter Leistungsantrag; Zahlungsantrag; Klageantrag; Basisjahr; Mitursächlichkeit des HV für die Kundenwerbung; Prognosezeitraum bei einem geworbenen Großkunden; Billigkeit; hohe Kosten des HV; Konzentration der Bearbeitung auf einen Kunden; Alter; ersparte Kosten
Anmerkung
zu LS 1 - unbezifferter Leistungsantrag bei Klage auf AA zulässig - vgl. OLG Düsseldorf, 08.02.1977 LS 1; 16.12.1965 LS 2; OLG Stuttgart,16.02.1959; OLG Bamberg, 25.02.1999 LS 4; OLG Frankfurt/Main, 27.05.1966 LS 39; LG Köln, 03.02.1984 LS 1; LG München, 08.06.1970 LS 1 - Shell 3 -; LG Berlin, 19.01.1970 LS 1 f.; 14.03.1978; LG Ravensburg, 06.12.1956 LS 3; LG Münster, 09.05.1975 LS 1; LG Berlin, 24.07.2001 LS 12; Wolff, BB 78, 1246; Emde, BB 00, 63, 54; Martinek, FS für Lüke, 1997, S. 409, 426; Semmler, Die Rechtsstellung des Tankstellenhalters zwischen Handelsvertreter und Vertragshändler, 1995, S. 212; Martinek/Semler/Schwab, HdB des Vertriebsrechts, § 13 Rz. 33; Westphal, Vertriebsrecht, Bd. I, Handelsvertreter, 1998, Rz. 1343; Küstner/Thume, HdB-VertR Bd. II, 9.A., Kap. XVII Rz. 9; Baumbach/Hopt, 30. A., § 89 b Rz. 81; MünchKomm/v. Hoyningen/Huene, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 236; Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 282; Thomas-Putzo, ZPO, 21. A., § 253 Rz. 12; Ankele, Handelsvertreterrecht, § 89 b Rz. 225; Emde, VersR 01, 148, 161; a.A. LG Hannover, 24.02.2000 LS 12; Specks, Der Ausgleichsanspruch des Versicherungsvertreters gemäß § 89 b HGB, S. 148 f. (wegen zumutbarer Berechnung nach den "Grundsätzen" und hinreichenden Schutzes des VV aus § 92 Abs. 2 Nr. 2 ZPO);

1.1 Die Zulässigkeit eines unbezifferten Leistungsantrags im Ausgleichsprozess folgt daraus, dass die Höhe der Ausgleichsforderung entscheidend von der Ausübung des richterlichen Ermessens abhängt (vgl. dazu BGH, 24.09.1991 LS 2). Der unbezifferte Leistungsantrag des HV muss aber dem Bestimmtheitsgebot des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO genügen. Der HV muss daher bei einem unbezifferten Klageantrag hinreichend genau den anspruchsbegründenden Sachverhalt vortragen und wenigstens ungefähr die Größenordnung des verlangten Ausgleichsbetrages darlegen (BGH, 24.09.1991 LS 3).

1.2 Darüber hinaus empfiehlt es sich, dass der HV bei einem unbezifferten Leistungsantrag in der Ausgleichsklage einen bestimmten Mindestbetrag nennt, in dessen Höhe er eine Ausgleichsforderung als gerechtfertigt ansieht (so auch Martinek/Semler/Schwab, Handbuch des Vertriebsrechts, 1996, § 13 Rz. 33; Westphal, Vertriebsrecht, Bd. I, Handelsvertreter, 1998, Rz. 1343; Emde, BB 00, 63, 64), weil der grundsätzlich nicht beschwert ist, wenn sich der zuerkannte Ausgleichsbetrag im Rahmen der von ihm ungefähr dargelegten Größenordnung hält (BGH, 24.09.1991 LS 4).

zu LS 3 vgl. Küstner/v. Manteuffel/ Evers, HdB-ADR, Bd. II, 6. A., Rz. 548 ff.; vgl. dazu Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. IX Rzz. 25 ff.;

zu LS 4 - Basisjahr - vgl. OLG Hamburg, 08.07.1982 LS 1 m.w.N. - Shell 6 -;

zu LS 8 vgl. aber Geßler (Der Ausgleichsanspruch der Handels- und
Versicherungsvertreter, 1953, S. 78), nach dessen Auffassung das Alter des HV und seine Möglichkeiten, eine neue Vertretung zu bekommen, als anspruchserhaltender Gesichtspunkt im Rahmen der Billigkeitsprüfung nach Maßgabe des § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB zu berücksichtigen sind;

zu LS 10 - anspruchsmindernde Berücksichtigung der Bearbeitung von Verbandskunden und Listungskunden - vgl. aber OLG Düsseldorf, 05.02.1988 LS 3 m.w.N.;

zu LS 11 - anspruchsmindernde Berücksichtigung ersparter Kosten - vgl. OLG Hamburg, 10.09.1981 LS 18 m.w.N.