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OLG Hamm, 18.09.2008 - 18 U 104/05 - (Urteil)

OLG Hamm, 18.09.2008 - 18 U 104/05 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:OLGHAM:2008:0918.18U104.05.00

Gesetz

§ 86 Abs. 1 HGB; § 89 b HGB; § 89 b Abs. 5 HGB; § 5 AGBG; § 305 c Abs. 2 BGB; § 287 ZPO

Stichworte

- Westfälische Provinzial 7 -; AA des VV; Darlegungs- und Beweislast; HV-OHG

Anmerkung



n.rkr.; Vorinstanz LG Münster, 16.03.2005 - 21 O 128/04 -; Az beim BGH, VIII ZR 16/09; der Senat hat die Revision nicht zugelassen, die Rechtssache habe keine grundsätzliche Bedeutung, eine Entscheidung des Revisionsgerichts erscheine auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Rechtsfortbildung oder zur Wahrung einer einheitlichen Rechtsprechung angezeigt; die Provisionsbestimmungen hätten dem BGH bereits zur Beurteilung vorgelegen; auch der Gesichtspunkt der Einheitlichkeit des AA werfe jedenfalls bei der vorliegenden Fallgestaltung keine Rechtsfragen auf, deren Klärung der Zulassung einer Revision bedürfe;

zu LS 3 vgl. OLG Hamm, 31.05.2012 LS 11 m.w.N., 19 - LVM 1 -; vgl. aber Anm. 1.1.2 zu BGH, 06.07.1972 Schwäbisch Hall 1 -;

zu LS 4 4.1 Diese Annahme ist gesetzsfremd. Nach dem gesetzlichen Leitbild der Vorschrift des § 86 b Abs. 3 Satz 2, 2. HS HGB steht dem HV bei der Vermittlung eines Dauerschuldverhältnisses Anspruch auf Provision zu, wenn das provisionspflichtige Dauerschuldverhältnis über den Zeitpunkt hinaus besteht, zu dem erstmals von dem Dritten gekündigt werden kann. Bemüht sich der VV darum, dass der VN das auf unbestimmte Dauer geschlossene provisionspflichtige Versicherungsverhältnis über den nächsten ordentlichen Kündigungstermin hinaus fortführt, so ist seine Tätigkeit darauf gerichtet, dass ein provisionspflichtiges Geschäft zustande kommt.

4.2 Im Hinblick auf die bisherige Entscheidungspraxis des 35. Zivilsenats des OLG Hamm in Tankstellenhandelsvertretersachen ist die Annahme des 18. Zivilsenats Senats aber auch wertungswidersprüchlich. Der 35. Zivilsenat misst sogar einer Sonderleistung des HV in Gestalt der Einziehung des Entgeltes des Kunden (arg. e § 87 Abs. 4 HGB) mit dem Argument werbenden Charakter zu, dass der TStH den Kunden auf dieses Weise veranlasse, erneut an der Station zu tanken (OLG Hamm, 11.02.2000 LS 33 - Aral 7 -). Legt man diesen Maßstab zugrunde, kann die Bemühung des VV, den VN zu veranlassen, den Versicherungsvertrag über den nächsten ordentlichen Kündigungstermin fortzusetzen, nicht vermittlungsfremder Natur sein.

zu LS 5 vgl. Küstner/Thume, HdB-ADR, Bd. II, 8.A., Kap. VIII Rz. 241, Kap. I Rz. 44; nicht mehr aufrecht erhalten in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. IX Rz. 245;

zu LS 9 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 40.A., § 89 b Rz. 96;

zu LS 19 Unter C. heißt: es in den Urteilsgründen wörtlich:

„Das Berufungsgericht hat - von seinem Standpunkt aus folgerichtig - keine Feststellungen dazu getroffen, ob und zu welchem Anteil die „Verwaltungsprovisionen" bei den Versicherungsarten, für die in der Provisionsvereinbarung der Parteien keine Vermittlungsprovisionen vorgesehen sind, auch dazu bestimmt waren, die Vermittlungsleistungen des Klägers abzugelten. Damit diese Feststellungen - nach ergänzendem Sachvortrag der Parteien (vgl. zur Darlegungs- und Beweislast insoweit das Senatsurteil vom 1. Juni 2005 aaO) - nachgeholt werden können, ist die Sache daher im Umfang der Aufhebung des Berufungsurteils an das Berufungsgericht zurückzuverweisen (§ 563 Abs. 1 ZPO)."

zu LS 23 vgl. Palandt/Heinrichs, BGB, 61.A., § 5 AGBGB Rz. 6f.;

zu LS 26 Der Senat verletzt das Gebot der objektiven Auslegung. Enthält der VVV keine Bestimmung des Inhalts, dass das VU dem VV einen Versicherungsbestand zur Betreuung zu übertragen hat, muss für die objektive Auslegung von AGB davon ausgegangen werden, dass diese Bestimmungen auch dann eingreifen, wenn dem VV ein Bestand nicht zur Betreuung übertragen wird.

zu LS 28 vgl. OLG München, 10.03.1993 LS 6 m.w.N.;

zu LS 30 vgl. OLG Hamm, 21.07.2004 LS 33 m.w.N. - Westfälische Provinzial 5 -; Küstner/Thume, HdB-ADR, 8.A., Kap. XX Rz. 21; ebenso Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XX Rz. 37;

zu LS 33 vgl. Küstner/Thume, HdB-ADR, 8.A., Kap. XX Rz. 61; nicht beantwortet in Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XX Rzz. 66 ff.;

zu LS 49 vgl. OLG München, 21.12.2005 LS 20, 21 m.w.N. - Allianz 9 -; a.A. vgl. LG München I, 14.07.2009 LS 12 - Basler- ; LG Bremen, 15.10.2003 LS 1 - Allianz 7 -;

zu LS 58 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 40.A., § 89 b Rz. 48;

zu LS 59 vgl. Küstner/Thume, HDB-ADR Bd. II, 8.A., Kap. VIII Rz. 90; ebenso Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. IX Rz. 131 (vierjähriger Prognosezeitraum bei Abwanderungsquote von 20 %);

zu dem von ihm zugrunde gelegten Gillardon-Faktor verweist der Senat auf Küstner/Thume, HDB-ADR Bd. II, Kap. VIII Rz. 101 Fn. 137;

zu LS 61 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 40.A., § 89 b Rz. 91