BGH, Urteil, 02.02.1999 - KZR 51/97 - EversOK



Fundstellen
DB 99, 1057; AfP 99, 408; BB 99, 865; CI 99, 85; CR 99, 420; EWiR 99, 1063; GRUR 99, 776; MDR 99, 951; NJW-RR 99, 689; WM 99, 1371; WRP 99, 542; WuB 99, 1035; WuW 99, 491; Rechtsportal; Juris; BeckRS 99, 30045213; Lexetius; Judicialis; Wolters Kluwer
Gesetz
§ 34 GWB 1980; § 126 Abs. 1 BGB
Stichworte
- Coverdisk -; Wegfall des Schriftformerfordernisses; nachträgliche Wirksamkeit eines nicht formgerechten Vertrages
Anmerkung
Vorinstanzen OLG Stuttgart, 12.08.1997 - 12 U 79/97 -; LG Tübingen, 27.02.1997 - 1 KfH O 188/95 -;

zu LS 1 vgl. BGH, 08.05.2007 LS 8 m.w.N. - BMW 13 -; OLG Bremen, 06.12.2001 LS 2 - Apollo-Optik I -;

zu LS 2 2.1 Allein der Wegfall der Vorschrift des § 34 GWB ab dem 1. Januar 1999 führt nicht zur Wirksamkeit einer wegen Nichtbeachtung der Schriftform gemäß § 134 BGB nichtigen Abrede.

2.2 Haben die Parteien das Vertragsverhältnis aber über den 01.01.1999 hinaus unverändert praktiziert, so wird die ursprünglich nichtige Abrede gemäß § 141 Abs. 1 BGB infolge Bestätigung wirksam (vgl. Kahlenberg, BB 98, 1593, 1556).

2.3 Nach einer teilweise vertretenen Auffassung soll allein der formlose tatsächliche Vollzug eines nach § 34 GWB a. F. nichtigen Vertrages nicht in jedem Falle eine Bestätigung darstellen, sondern nur dann, wenn dies im Bewusstsein der Nichtigkeit geschah oder jedenfalls ein Bewusstsein der möglichen Fehlerhaftigkeit bestanden hat (so Bunte, BB 98, 1600, 1600 f., vgl. dazu auch BAG, 13.11.1975 LS 3). Dem kann nicht beigetreten werden. Wie bei jeder Willenserklärung durch schlüssiges Verhalten genügt es, dass der Bestätigende die mögliche Deutung seines Verhaltens als Bestätigung der Abrede bei pflichtgemäßer Sorgfalt hätte erkennen können (vgl. BGH, 02.11.1989 LS 3 m.w.N.; Palandt/Heinrichs, BGB, 58. A., § 141 Rz. 6).

vgl. LG Hannover, 13.05.2009 LS 7 - Bauer 1 -.