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OLG Köln, 27.01.2000 - 12 U 95/99 - (Urteil)

OLG Köln, 27.01.2000 - 12 U 95/99 - (Urteil)
ECLI
ECLI:DE:OLGK:2000:0127.12U95.99.00
Fundstellen
EversOK; HVR Nr. 979; BeckRS 00, 166684; openJur; NRWE
Gesetz
§ 89 b Abs. 1 HGB; § 89 b Abs. 1 Nr. 3 HGB; § 89 b Abs. 2 HGB; § 89 b Abs. 3 Nr. 2 HGB
Stichworte
- Kopfbedeckungen, Schals, Tücher und Handschuhe -; AA des HV; Mann der ersten Stunde; Prognosezeitraum 2; 3 Jahre; wichtiger Grund; Übernahme einer Zweitvertretung durch den Untervertreter; Wettbewerb des Untervertreters
Anmerkung


zu LS
1 vgl. Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XI Rz. 41, Kap. VII Rz. 76;

zu LS 3 - Basisjahr - vgl. OLG Hamburg, 08.07.1982 LS 1 m.w.N. - Shell 6 -;

zu LS 5 vgl. OLG Düsseldorf, 08.02.1977 LS 2 m.w.N. - Lichtkuppeln -; 06.06.1986 LS 1 m.w.N.; Baumbach/Hopt, HGB, 39.A., § 89 b Rz. 22; Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 89 b Rz. 293;

zu LS 8 vgl. Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. IX Rz. 137 ff.;

zur Frage der für die Ermittlung der Abwanderungsquote maßgeblichen Umsätze vgl. OLG Düsseldorf, 02.11.2001 LS 40 m.w.N. - Geschenkartikel -;

zu LS 14 vgl. Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XI Rz. 187;

zu LS 10 vgl. MünchKommHGB/v. Hoyningen-Huene, 4.A., § 89 b Rz. 82; MünchKommHGB/Ströbl, 5.A., § 89 b Rz. 90;

Üblicher dürfte in der Rechtsprechung die Annahme eines Prognosezeitraums von drei bis vier Jahren sein (vgl. z.B. OLG Karlsruhe, 16.12.1998 LS 16; OLG Düsseldorf, 27.09.1996 LS 24 - Barbour -; KG, 15.09.1994 LS 22; 19.05.1978 LS 4 - helit -; OLG Hamm, 19.11.1992 LS 5; OLG Hamburg, 09.12.1976 LS 3 - Dachfenster -; OLG Oldenburg, 12.10.1972 LS 4 - MVV -).

zu LS 15 15.1 Dem kann lediglich im Ergebnis, nicht aber in der Begründung beigetreten werden.

15.2 Vertragsverstöße des echten Untervertreters sind dem Hauptvertreter nach § 278 BGB grundsätzlich zuzurechnen (
Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 86 Rz. 32). Dies bedeutet, dass der Hauptvertreter dafür Sorge tragen muss, dass der Untervertreter die Pflichten des Hauptvertreters wahrt, die dem Hauptvertreter gegenüber dem vertretenen U obliegen. Der Hauptvertreter darf daher keinen Untervertreter einsetzen, von dem er weiß, dass dieser konkurrierende Produkte für einen anderen U vertritt.

15.3 Hat der Hauptvertreter die Wettbewerbsaktivitäten aber weder gefördert noch veranlasst oder auch nur hingenommen, so scheitert eine Anwendung der zum
Ausschluss des AA führenden Billigkeitsschranke des § 89 b Abs. 3 Nr. 2 HGB allerdings daran, dass dem HV kein eigenes Verschulden zur Last fällt und die Vorschrift des § 278 BGB insoweit nicht anwendbar ist (BGH, 05.02.1959 LS 1 m.w.N.).

zu LS 16 zu den Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten eines Exklusivvertrages mit Absatzmittlern im Mobilfunkgeschäft vgl. Kroll/Köhler, CR 07, 363