BGH, Urteil, 09.06.2010 - XII ZR 171/08 - EversOK



Gesetz
§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB; § 309 Nr. 10 BGB; § 415 BGB
Stichworte
Wirksamkeit einer formularmäßigen Vertragsübertragungsklausel; Formularklausel über das dem Vermieter eingeräumte Recht zur Übertragung seiner vertraglichen Stellung als Vermieter von Gewerberäumen auf eine andere Person
Anmerkung
Vorinstanzen OLG Schleswig, 10.10.2008 - 4 U 198/07 ; LG Lübeck, 17.10.2007 - 17 O 69/07;

zu der Entscheidung vgl. von Westphalen, NJW 11, 2098; Disput, NZM 10, 886; Hübner, ZMR 11, 615;

zu LS 7 Zur Vorschrift es § 11 Nr. 13 AGBG wurde teilweise die Auffassung vertreten, Vertragsübertragungsklauseln seien auch im kaufmännischen Verkehr stets unwirksam (Koch/Stübing AGB § 11 Nr. 13 Rz. 14; Schlosser/Coester-Waltjen/Graba AGBG § 11 Nr. 13 Rz. 12). Überwiegend wird die Frage aufgrund einer Prüfung der jeweiligen typischen Umstände des Einzelfalls entschieden (MünchKommBGB/Wurmnest, 8.A. § 309 Nr. 10 Rz. 9; Palandt/Grüneberg, BGB § 309 Rz. 93; Ulmer/Brandner/Hensen AGB-Recht, § 309 Nr. 10 BGB Rz. 11). Dabei wird als Indiz für die Unwirksamkeit der Klausel ihre Einseitigkeit gewertet, wenn der Verwender für sich selbst eine wesentlich vorteilhaftere Nachfolgeregelung vorgesehen hat; auch wird die Langfristigkeit des Vertrags als Unwirksamkeitsindiz angesehen (MünchKommBGB/Wurmnest, 8.A. § 309 Nr. 10 Rz. 9; Ulmer/Brandner/Hensen AGB-Recht, § 309 Nr. 10 BGB Rz. 11).

zu LS 10 vgl. BGH, 26.11.1984 LS 62 – Opel 1 –