Logo EversOK

OLG Hamm, 24.06.2015 - I-20 U 116/13 - (Urteil)

OLG Hamm, 24.06.2015 - I-20 U 116/13 - (Urteil)

ECLI

ECLI:DE:OLGHAM:2015:0624.20U116.13.00

Fundstellen

Gesetz

§ 63 Satz 1 VVG; § 61 Abs. 1 Satz 1 VVG; § 59 Abs. 2 VVG; § 287 BGB

Stichworte

- HanseMerkur 2 -; Haftung des VV; Verletzung der Beratungspflicht; gesetzliches Schuldverhältnis; Ankreuzprotokoll; Ankreuzvarianten; Varianten zum Ankreuzen; Funktion einer Beratungsdokumentation; Haftung des VU für fehlerhafte Beratung des VV; Zurechnung des Handelns des VV; Verschuldenszurechnung; Beratungspflichten des VV bei der Empfehlung zum Wechsel von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung; Wechsel GKV / PKV; Beratung über den Ausschluss eines Rückwechsels in die GKV

Anmerkung



Vorinstanz LG Paderborn, 25.04.2013 - 3 O 246/12 -; der Senat hat die Revision nicht zugelassen, die Rechtssache habe keine grundsätzliche Bedeutung und die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordere keine Entscheidung des Revisionsgerichts, die für die Entscheidung maßgeblichen Rechtsfragen seien in der Rechtsprechung des BGH geklärt oder solche des Einzelfalls

zu LS 1 vgl. die Anm. 18;

zu LS 3 vgl. OLG München, 22.06.2012 LS 26, 24 m.w.N.; LG Saarbrücken, 16.04.2013 LS 6 - Atlanticlux 41 -;

zu LS 7 - Sinn und Zweck der Beratungsdokumentation nach § 61 Abs. 1 VVG - vgl. BGH, 13.11.2014 LS 16 m.w.N. - DVAG 42 -; OLG München, 22.06.2012 LS 12; 

zu LS 8 - Beratungsdokumentation mit Ankreuzvarianten als unzureichende Dokumentation i.S. des § 61 Abs. 1 VVG - vgl. OLG München, 22.06.2012 LS 2 m.w.N., 13;


zu LS 10 - eingeschränkte Beratungspflicht des VV - vgl. OLG München, 22.06.2012 LS 3 m.w.N.; vgl. auch Muschner, VersR 18, 649, 655;

zu LS 18 vgl. OLG Frankfurt/Main, 30.01.2014 LS 1, 18; OLG München, 22.06.2012 LS 7, 8, 31; LG Krefeld, 17.12.2015 LS 51; Prölss/Martin/Dörner, VVG, 31.A., § 59 Rz. 42; eingehend zur Problematik der Gesamtschuld und insbesondere der Einzelwirkung nach § 425 BGB verneinend vgl. Werber, VersR 08, 285, 287 f.; Armbrüster, ZVersWiss 08, 425, 435; a.A. Zinnert, Der Versicherungsvertreter 2009, S. 166 ff., 167 f., der eine Einzelwirkung nach § 425 BGB annimmt, dabei aber nicht hinreichend würdigt, dass der VV, soweit das VU für die Akquisition von Versicherungsverträgen die Dienste von VV in Anspruch nimmt, gleichzeitig die Pflicht des Versicherers nach § 6 Abs. 1 Satz 1 VVG erfüllt, da der VVV auf Grund des VVV mit dem VU für diesen handelt (BT-Drs. XVI/3945, S. 58), weshalb dem VU selbst die Pflichten aus § 6 Abs. 1 Satz 1 VVG obliegen, wobei er sich des VV als Erfüllungsgehilfen bedient; die Frage der Einzelwirkung könnte sich allenfalls beim echten Mehrfachagenten stellen, der den Kunden im Auswahlprozess falsch berät, weil er insoweit nicht im Auftrag eines bestimmten vertretenen VU handelt, sondern allenfalls die ihm gegenüber allen vertretenen VU in der Gesamtheit treffende Neutralitätspflicht zu wahren verpflichtet ist.