Logo EversOK

FG Rheinland-Pfalz, 11.03.2004 - 6 K 1295/02 - (Urteil)

FG Rheinland-Pfalz, 11.03.2004 - 6 K 1295/02 - (Urteil)
ECLI
ECLI:DE:FGRLP:2004:0311.6K1295.02.0A
Fundstellen
EFG 04, 1117; StE 04, 309 LS; FGReport 04, 54 LS; StuB 04, 835 LS; Juris; BeckRS 04, 13763; IWW
Gesetz
§ 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG 1990; § 16 Abs. 1 Nr. 1 EStG 1990; § 34 Abs. 2 Nr. 1 EStG 1990; § 89 b Abs. 1 Nr. 1 HGB; § 89 b Abs. 1 Nr. 3 HGB; § 89 b Abs. 3 Nr. 3, 2. HS. HGB
Stichworte
Nachfolgevereinbarung; steuerrechtliche Qualifizierung von Zahlungen des Nachfolgevertreters an den Vorgänger für die Verschaffung der Handelsagentur
Anmerkung


Der Senat hat die Revision nicht zugelassen, die Entscheidung steht nicht im Widerspruch zur höchstrichterlichen Rechtsprechung und im Übrigen sei die Würdigung der tatsächlichen Umstände maßgebend; sonstige Zulassungsgründe gemäß § 115 Abs. 2 FGO seien nicht ersichtlich;

zu LS 3 vgl. BFH, 20.09.1997 LS 7 m.w.N.; BGH, 13.05.1957 LS 33 m.w.N.; FG Münster, 12.09.2008 LS 5 m.w.N.; Hoffmann, Der Ausgleichsanspruch der Handelsvertreter 1966, S. 15, 16;

zu LS 4 vgl. FG Rheinland-Pfalz, 15.11.2004 LS 1;

zu LS 17
vgl. K. Schmidt, Handelsrecht, 5.A., § 27 V 2.f) und § 8 I c) aa); Küstner/ v. Manteuffel, BB 90, 1713, 1714 für den Fall des Eintritt eines Neuvertreters in den HVV;

zu LS 20 Die Tatbestandsvoraussetzung des § 89 b Abs. 3 Nr. 3, 2. HS. HGB wird als missverständlich angesehen, da die Vereinbarung zur Vertragsübernahme das Bestehen eines HVV voraussetze und damit keine vorherige Beendigung herbeigeführt werden könne bzw. das Vertragsverhältnis mit dem HV ende, wenn die Vertragsübertragung auf den Dritten erfolgt sei (Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd. II, 9.A., Kap. XI Rzz. 198, 201 und 207; ihm folgend Martinek/Semler/Flohr/Berscheid, HdB des Vertriebsrechts, 4.A., § 50 Rz. 145). Nach der Gesetzesbegründung soll der Ausschlusstatbesttand verhindern soll, dass der Ausgleich vorab in AGB ausgeschlossen wird (BT-Drs. CI/3077, S. 9). Damit ist nicht nur gemeint, dass die Zustimmung des HV zur Übertragung des HVV auf einen Dritten nicht in genereller Form durch AGB beim Abschluss des Vertrages eingeholt werden darf (so aber Emde, Vertriebsrecht, 3.A., § 89 b Rz. 349; ihm folgend Martinek/Semler/Flohr/Berscheid, HdB des Vertriebsrechts, 4.A., § 50 Rz. 145). Vielmehr ist in der Regelung eine Erweiterung des Unabdingbarkeitsgrundsatzes des § 89 b Abs. 4 Satz 1 HB zu sehen. Deshalb kann eine Nachfolgevereinbarung auch nicht im Rahmen von Individualvereinbarungen für einen konkreten Vorgang vor Beendigung des HVV im Verhältnis zum ausscheidenden HV getroffen werden (a.A. Martinek/Semler/Flohr/Berscheid, HdB des Vertriebsrechts, 4.A., § 50 Rz. 145). Es gilt vielmehr die allgemeine Regel, dass erst mit zeitgleichem Übergang des HVV die Nachfolgevereinbarung bindend geschlossen werden kann. Zuvor können sich nur der U und der nachfolgende HV binden.

zu LS 21 vgl. auch BGH, 14.04.1988 LS 2 m.w.N.;

zu LS 29 vgl. die handelsrechtlichen Würdigung von Küstner/ v. Manteuffel, BB 90, 1713, 1715