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KG, 04.06.2021 - 2 U 5/18 - (Beschluss)

KG, 04.06.2021 - 2 U 5/18 - (Beschluss)

ECLI

ECLI:DE:KG:2021:0604.2U5.18.00

Fundstellen

Gesetz

§ 87 a Abs. 2 HGB; § 87 a Abs. 3 Satz 2 HGB; § 49 VAG 2016; § 80 Abs. 5 VAG 2012; § 80 Abs. 5 Satz 3 VAG 2012; § 146 Abs. 1 VAG; § 193 Abs. 3 VVG; § 205 Abs. 2 VVG; Art. 20 Abs. 3 GG

Stichworte

- DKV 2 -; - Beratung und Vertrieb AG -; Anspruch auf Rückzahlung unverdienter Provisionsvorschüsse; Darlegungs- und Beweislast; Stornohaftungzeitraum; Vertretenmüssen des U; Verweigerung der Zeichnung eines Krankheitskostenrisikos eines Gruppenmitglieds trotz Androhung der Kündigung sämtlicher Einzelversicherungen des Gruppenversicherungsvertrages

Anmerkung


Vorinstanz LG Berlin, 21.12.2017 - 31 O 395/15 -;

Praxishinweis:

Mit dieser Entscheidung wird erstmals obergerichtlich geklärt, dass § 80 Abs. 5 VAG 2012 / § 49 VAG 2016 unabhängig davon anwendbar ist, ob die Kündigung eines Krankenversicherungsvertrages tatsächlich auf Umdeckungsbemühungen eines Vermittlers zurückgeht (LS 29). Die Norm soll selbst dann anwendbar sein, wenn die Kündigung von dem VU herausgefordert worden ist (vgl. LS 49). Außerdem ist der Senat der Auffassung, dass ein Vertretenmüssen des VU i.S. des § 87 a Abs. 3 Satz 2 HGB auch dann nicht anzunehmen ist, wenn der Versicherer durch die Ablehnung der Zeichnung eines Risikos zwar die Kündigung des VN herausgefordert hat, der Versicherer aber weder aus Rechtsgründen noch aus der Treuepflicht gehalten war, das Krankheitskostenrisiko zu versichern (LS 50).   

zu der Entscheidung vgl. Icha-Spratte, jurisPR-VersR 9/2021 Anm. 4;

zu LS 11 vgl. Baroch Castellvi, Die gesetzliche Regelung der Mindesthaftzeit in der Lebens- und Krankenversicherung, RuS 13, 53, 57 ff.; Franz/Steiner, Die neue gesetzliche Stornohaftung in der Lebens- und Krankenversicherung, VersR 12, 1333, 1337;

zu LS 23 vgl. Franz/Steiner, CCZ 12, 211, 214;

zu LS 33 vgl. Gabler Versicherungslexikon, 2.A., Stichwort substitutive Krankenversicherung;

zu LS 35 vgl. MünchKommVVG/Langheid/Wandt, 2.A., 2. Teil. 1. Kap. 100, Versicherungsaufsichtsrecht, Rz. 328;

zu LS 42 vgl. Oetker/Busche, HGB, 7.A., § 87 a Rz. 22;

zu LS 45 vgl. BeckOK-HGB/Lehmann, 31.Ed. 15.1.2021, § 87 a Rz. 50; MünchKommHGB/Ströbl, 5.A., § 87 a Rz. 63;

zu LS 53 vgl. Saenger/Aderhold/Lenkaitis/Speckmann/Müller, Handels- und Gesellschaftsrecht, 2.A., § 1 Recht des Handelsstandes Rz. 522; Baumbach/Hopt, HGB, 40.A., § 87 a Rz. 27;

zu LS 58 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 29;

zu LS 59 vgl. Saenger/Aderhold/Lenkaitis/Speckmann/Müller, Handels- und Gesellschaftsrecht, 2.A., § 1 Recht des Handelsstandes Rz. 522;

zu LS 70 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 30;

zu LS 73 Im Streitfall kam hinzu, dass sich das VU auch gegen die Einschätzung des die Gesundheitsprüfung durchführenden Arztes, dass die Zeichnung des Risikos befürwortet hatte, entschieden hat, das Risiko nicht zu zeichnen.

zu LS 79 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 26;

zu LS 80 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 26;

zu LS 84 vgl. Prölss/Martin/Voit, VVG, 31.A., § 207 Rz. 15 eine nachträgliche Unterrichtung als zulässig ansehend;

zu LS 89 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 26;

zu LS 103 vgl. Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 87 a Rz. 20;

zu LS 126 vgl. MünchKommHGB/Ströbl, 5.A., § 92 Rz. 31; Ebenroth/Boujong/Joost/Strohn/Löwisch, HGB, 4.A., § 92 Rz. 20;

zu LS 135 vgl. Baumbach/Hopt, HGB, 40.A., § 89 b Rz. 2;

zu LS 138 vgl. bejahend Küstner/Thume, HdB-VertR, Bd I, 4.A., Kap. VI, Rzz. 147 ff.